In Beziehung zum momentanen inhaltlichen Schwerpunkt des vorarlberg museum, der sich mit Erinnerungskultur und belastetem Erbe beschäftigt, fand das erste Konzert von „Zeitklang im Museum“ statt…. Zur Uraufführung gelangte auch das Streichquartett „Deine Rede sei ohne Falsch“ von Gerda Poppa. Sie stellte die Kommunikation und die Redefreiheit in den Mittelpunkt ihrer Komposition. Als ein Mittel zur künstlerischen Verarbeitung dienten musikalische Freiheiten, die die Komponistin den Quartettmusiker:innen gewährte. Über einem Klanggrund kommunizierten Hyewon Lim, Katharina Plankensteiner, Gonzalo Martin Rodriguez und Hannah Amann mit frei kombinierbaren Floskeln. Auf diese Weise entwickelten sich Frage- und Antwortspiele sowie diskursive Erregungslevels, mit denen die Musiker:innen zueinander in Beziehung traten. Im letzten Abschnitt des zugänglichen Werkes brachte Hannah Amann mit einem eindringlichen Cellosolo den emotionalen Gehalt von Martin Luther Kings berühmter Rede „I Have a Dream“ zum Ausdruck. Doch ganz am Schluss vermittelte die verklingende Zurücknahme, dass die derzeitige Gesellschaft weit von diesem Traum entfernt ist.
Silvia Thurner, www.kulturzeitschrift.at